Kastrationen sind vorbeugender Tierschutz

Viele Tierbesitzer fragen sich, warum im Tierschutz so viel Wert auf Kastration der Tiere gelegt wird. Warum soll ein Tier, das in einer Familie lebt, überhaupt kastriert werden?

 

Bei Hunden, die immer an der Leine geführt werden, ist die Frage zwar verständlich, aber trotzdem sollten auch diese Hunde kastriert werden, denn die Tiere, die im Tierschutz vermittelt werden, stammen aus Tierheimen oder von Tierschutzvereinen und sind dorthin gekommen, weil sie von ihren Besitzern nicht (mehr) gewollt waren. Weil es aber deutlich mehr ungewollte Haustiere in Europa (eigentlich weltweit) gibt, als in neue Familien vermitelt werden können, soll durch die Kastration vorgebeugt werden, dass neue Welpen - auch von den Menschen geplant - auf die Welt gebracht werden. In den Tierheimen und Tierstationen lassen sich mittlerweile Hunde jeder Rasse und jeden Alters finden, es gibt keinen Grund für weitere Welpen!

 

Im Tierschutz ist man der Meinung, dass es keinen Sinn macht, auf der einen Seite täglich hunderte Tierleben vernichtet zu sehen, um auf der anderen Seite täglich hunderte Tiere neu entstehen zu lassen! Wenn ein gemeinsames Europa befürwortet wird, dann sind wir in Deutschland auch für die Tiere in unseren Nachbarstaaten verantwortlich! Wie bei den Menschen ist auch bei den Tieren die EU grenzenlos!

 

Für die Tiere, die noch in den Tierheimen und Tierstationen auf hoffentlich eine neue Familie warten, ist die Kastration umso wichtiger, denn die Tierheime sind heute schon überfüllt. Weiterer Nachwuchs kann da nicht gebraucht werden und warum sollten weitere Tiere auf die Welt kommen, die ihr Dasein in einem Tierheim fristen? 

 

Tierschützer kümmern sich auch um Streunerhunde, die in abgelegenen Gebieten oft schon seit Generationen leben, ohne direkten Kontakt zu Menschen und ohne für die Menschen eine "Belästigung" zu sein. Bei diesen Tieren sind Kastrationen ebenfalls wichtig, damit sich deren Population nicht ungehemmt ausweitet und schlussendlich auch zu einem Problem wird. 

 

In Deutschland haben wir inzwischen aber auch ein Streunerproblem: nämlich bei den Katzen! Viele Tierheime sind so überfüllt mit Katzen, dass keine weiteren Tiere mehr aufgenommen werden können! Täglich werden deshalb Tiere ausgesetzt und zudem neue Streunerkatzen geboren! Der Grund für diese Geburten ist vielfach darin zu finden, dass Freigängerkatzen nicht kastriert werden - und selbst wenn die Weibchen noch kastriert werden, so sehen die Besitzer von Katern häufig diesen Eingriff als nicht notwendig an - ihr Tier bringt ja keine Jungen zu Welt! Da aber in Deutschland schon sehr viele Streunerkatzen leben, sind selbstverständlich auch die Freigängerkater für eine Vermehrung mit verantwortlich! In einigen Städten und Gemeinden herrscht daher schon eine Kastrationspflicht bei Freigängerkatzen!

 

Auch hier versuchen die Tierschützer den unendlich erscheinenden Nachwuchs einzudämmen, indem Streuner eingefangen, tierärztlich behandelt, geimpft und kastriert werden. Diese Kosten müssen aber meist von kleinen Vereinen getragen werden, die ohnehin schon hohe Kosten durch die Versorgung ihrer Tiere zu bewältigen haben. Geldspenden sind hier dringend nötig! Aber es gibt durchaus auch große Tierschutzvereine, die sich ihrer Verantwortung gegenüber diesen Tieren bewusst sind und große Kastrationsaktionen druchführen.

 

Wenn Sie der Halter eines Tieres sind und es auch unerträglich finden, dass die Tierheime überfüllt sind und im Ausland gar getötet werden, dann zeigen Sie auch Ihre Verantwortung diesen Tieren gegenüber und lassen Sie ihr Tier kastrieren! Helfen Sie uns, die Anzahl der notleidenden Tiere einzudämmen!