Ach, ist es nicht schön, wenn Sommer ist? Die Sonne scheint, das Leben ist so viel heller und wenn es nicht zu heiß ist, ist es doch einfach nur eine Zeit, die man genießen kann. Man sitzt draußen, man trifft Freunde, der Grill wird angeworfen und ein leckeres kühles Getränk steht parat.
Doch, der Sommer ist auch eine schwierige Zeit, nämlich für die Tiere. Nachdem wir gestern den Bericht von dem Amselküken zeigen konnten, HIER ist der Link dorthin, und einige Informationen rund um die aufwändige Pflege solcher Fundvögel berichten konnten, wollen wir uns heute einen anderen Tiergattung zuwenden, die ebenfalls oft ungesehen mitten unter uns Menschen leidet: es sind die Streunerkatzen.
Man sieht sie selten. Meist leben sie in Gebüschen oder an Waldrändern. Sieht man eine freilaufende Katze, so denkt man doch eher, dass es sich um eine Freigängerkatze einer Familie handelt. Oft ist dem auch so, doch wie oft sind es gar keine Tiere mit Familie sondern wirkliche Streuner? Katzen, die vielleicht einmal ein zu Hause hatten oder Katzen, die bereits in der vermeintlichen Freiheit geboren wurden.
Diese Streunerkatzen haben sich mit den Jahren immer mehr zu einem Problem in Deutschland entwickelt. Daran haben viele Menschen Teil, die ihre Katzen einfach aussetzen - gerne in der Nähe von Bauernhöfen weil sie denken, dort finden sie Futter - oder die ihre Freigängerkatzen nicht kastrieren lassen. Ja, auch Freigängerkater sollten kastriert werden, damit sie draußen keine streunenden Weibchen decken können.
Die Jungen, die geboren werden, irgendwo in einem Versteck, sind oft krank, viele sterben bevor sie ausgewachsen sind. Da denkt nun mancher wieder: "Klasse, dann regelt das doch die Natur!" doch, was für Gedanken sind das bitte? Kleine Lebewesen quälen sich um am Ende grausam einzugehen?
Nein, das kann es nicht sein.
Überall gibt es ehrenamtliche Tierfreunde, die sich um die Streunerkatzen kümmern. Die ihnen Unterschlüpfe für den Winter bauen, die für Futter und Wasser sorgen und die die Tiere einfangen um sie tierärztlich behandeln zu lassen und vor allem kastrieren zu lassen, damit sich die Populationen nicht weiter ausbreiten.
Diese Menschen stecken sehr viel Zeit und auch sehr viel Emotionen in ihre Arbeit. Und diese Menschen brauchen Hilfe, damit sie den Tieren helfen können. Damit die Tiere, die unter uns leben, bestmöglich versorgt werden.
Die hohe Anzahl der Streunerkatzen bringt einen riesigen Bedarf an Futter mit sich, das täglich in die Futterschälchen verteilt wird. Sie bringt aber zudem auch hohe Kosten mit sich, die für die tierärztliche Versorgung von kranken und verletzten Tieren anfallen und für die Kastrationen.
Auch hier finden viele es schön, dass sich um die Tiere gekümmert wird, aber wenige denken an den Aufwand und die Kosten und sind bereit etwas dazu zu geben.
Wir als Spendensammelstelle helfen den Futterstellen so gut wir können - dank eurer Hilfe, dank eurer Spenden.
Gerade konnten wir wieder Herrn Pröhuber und Frau Rombach Futter für die Katzen übergeben, die dieses zudem noch mit Frau Zimmermann von der Katzenhilfe Aachen teilen.
Neben einigem Katzen-Nassfutter und Trockenfutter für erwachsene Katzen und für Kitten konnten wir den beiden auch einen super schönen kleinen Kratzbaum mitgeben. Gerade ist wieder Hochsaison für Katzen-Nachwuchs und die Pflegestellen (sowie auch unsere Tierheime!) sind voll mit Katzenkindern. Da ist man besonders froh über jedes Teil, das man nicht selber kaufen muss. Das Geld, das so in den Kassen bleibt, steht dadurch wieder für Kastrationen oder Behandlungen zur Verfügung.
Auch eine fast neue Katzentoilette konnten wir mitgeben.
Aber Achtung: Hygiene ist ein großes Problem, gerade bei den Katzenkindern, aber auch bei erwachsenen Katzen. Die Freigänger sind natürlich nicht geimpft und haben so kaum Schutz gegen Krankheiten. Jedes gebrauchte Teil könnte Keime oder Bakterien mit in eine Katzengruppe tragen und deswegen nehmen wir - und die Tierheime bzw. Pflegestellen - eigentlich keine gebrauchten Katzenartikel an.
Hat man einmal eine Krankheit in seinen Katzenbestand eingeschleppt, dann wird das zu einem riesigen Problem. Das liest man dann, wenn z.B. steht, dass keine Vermittlungen vorgenommen werden können oder neue Tiere nicht aufgenommen werden, weil der Tier-Bestand unter Quarantäne steht.
Daher: bitte spendet nur neues Zubehör für die Katzen! Egal wo hin. Ansonsten verlagert ihr nur die Entsorgung auf andere.
Neben den Fotos, die ich euch zeige damit ihr sehen könnt, was wir brauchen und weitergeben, damit ihr auch seht, wohin eure Spenden gegeben wurden, möchte ich hier auch immer wieder in den Blogs Informationen geben, die vielleicht nicht für jeden so bekannt sind. Nicht jeder beschäftigt sich täglich mit Tieren bzw. Tierschutz. Je besser man ab er aufklärt, umso gezielter kann jeder helfen und umso achtsamer ist man vielleicht im Alltag.
Ich bedanke mich bei allen Spendern, die dazu beigetragen haben, dass wir den Streunerkatzen helfen konnten. Helfen in einem sehr warmen Sommer, um zu überleben. Denn für die Tiere bedeutet der Sommer die Suche nach Nahrung und vor allem nach Wasser.
Für uns Tierschützer bedeutet der Sommer, dass Spenden immer mehr ausbleiben weil die Menschen an Urlaub und Freibad denken und nicht daran, dass Tierschutztiere auch in der Urlaubszeit gefüttert werden müssen.
Die generelle Krise und die stetig steigenden Preise treffen nicht nur jeden einzelnen privat von uns, sondern eben auch die Tierschützer. Auch für sie wird alles teurer und wie gesagt, die Spenden werden immer weniger.
Lasst uns gemeinsam immer weiter helfen, damit geholfen werden kann. Denjenigen, die sich selber kaum helfen können.
Dafür lohnt es sich doch auch mal auf einen teuren Coffee-to-go zu verzichten und sein Getränk günstiger von zu Hause mitzunehmen, oder? Das an ein paar Tagen gemacht versetzt einen in die Möglichkeit auch mal 5 oder 10 Euro zu spenden. Ohne, dass man wirklich auf etwas verzichten muss.
Danke, dass ihr den heutigen langen Text gelesen habt und beherzigen werdet.
Helficus
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