Katzenjammer

Wusstet ihr bisher, wie viele Streunerkatzen es in Deutschland gibt und dass auch wir schon länger ein Streunerkatzenproblem haben?

 

Wusstet ihr, was der Tierschutz leistet, damit diese Tiere jeden Tag versorgt werden können? Damit kranke Tiere versorgt werden und damit die weitere Verbreitung der Katzen gestoppt wird - durch Kastrationen? Hattet ihr davon eine auch nur ungefähre Vorstellung, was das jeden Tag an Kosten und Arbeit verursacht?

 

Bestimmt nicht. Die Dimension ist nämlich leider erschreckend.

 

Natürlich bedient sich bestimmt auch die ein oder andere Freigängerkatze, die eigentlich Besitzer hat, an den Futterstellen, doch die meisten Stellen sind eher abseits gelegen, dort wo Hauskatzen nicht unbedingt hinkommen.

 

Die Futterstellen für die Katzen, die brauchen selbstverständlich Hilfe. Teilweise werden sie durch die örtlichen Tierheime mit Futter unterstützt, teilweise durch Tierschutzvereine. Viel wird aber auch von den Tierfreunden selber finanziert.

 

Neben der Hilfe, die wir Rosi in Huelva in Spanien bei der Versorgung der Katzen an ihren Futterstellen leisten, versuchen wir auch immer durch Futterspenden, die wir erhalten, unsere örtlichen Futterstellen zu versorgen. Beginnt man einmal damit, dann wird einem schnell die Dimension des benötigten Futters, das täglich in die Mägen der Tiere wandert, klar.

 

Alleine die Futterstelle am nahegelegenen Bauernhof hier bei uns in der Nähe unserer Sammelstelle füttert ca. 40 Katzen täglich. Ja, die Katzen fangen auch Mäuse in den Scheunen des Bauernhofes, deswegen sind sie bei den Bauern auch 

nicht so ganz ungeliebt, doch den Großteil des Futters müssen die Tierfreunde kaufen bzw. durch Spenden abdecken.

 

40 Katzen, das sind mal eben etwa 40 Dosen Futter, die täglich benötigt werden. Das sind 40 Tiere, die kastriert werden müssen, damit sie sich nicht weiter vermehren. Dafür, dass immer wieder neue Tiere hinzukommen, sorgen leider schon verantwortungslose Menschen, die sich eine Katze anschaffen und derer irgendwann überdrüssig werden. Gerne werden gerade Bauernhöfe und deren nähere Umgebung genutzt um sich dort seiner Hauskatzen zu entledigen. 

 

Man meint, die Tiere finden dort ja Mäuse und haben es damit gut. Falsch, denn es sind Haustiere, die das Leben in der Freiheit nicht gewohnt sind. Diese Tiere sind in den meisten Fällen schnell zu erkennen unter dem angestammten Katzen, denn sie sind völlig überfordert mit der neuen Lebenssituation. Oft werden diese Tiere eingefangen und man versucht sie - nach gründlichem Check beim Tierarzt und einer Kastration - an eine neue und hoffentlich bessere Familie zu vermitteln.

 

Eine Hauskatze irgendwo in die vermeintliche Freiheit zu entlassen ist, als würde man einen Menschen in der Natur aussetzen. Der findet doch dort auch Nahrung...

 

Vielleicht versteht ihr, warum die Fütterung und Überwachung der Tiere so wichtig ist. Warum wir erst einmal in Deutschland "aufräumen" müssen, bevor wir in großem Stil Katzen aus dem Ausland zu uns holen. Bei den Katzen ist die Situation leider deutlich anders als bei den Hunden. Streunerhunde gibt es zum Glück in Deutschland dank eines jahrelangen Tierschutzes kaum. Die paar wenigen, die es gibt, das sind entlaufene Hunde aus Familien. 

 

Da Katzen nachtaktiv sind, fallen sie nicht so aus wie ein freilaufender Hund. Und zudem gibt es auch die Freigängerkatzen. Man weiß daher nie, wenn man eine Katze sieht, ob es ein Streuner oder ein Freigänger ist. Das macht die Sache schwieriger.

 

Seit gut einem Jahr haben wir im Tierschutz einen wirklich großen Mangel an Katzenfutter. Es gibt - warum auch immer - viel zu wenig davon. Spenden werden immer weniger, vielleicht wurden Produktionen reduziert. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir und viele andere Tierschützer, Tierheime und Tierschutzvereine händeringend nach Katzenfutter als Spenden suchen und immer wieder Futter zukaufen müssen.

 

Da wir buchstäblich von der Hand in den Mund leben, können wir unsere Katzen-Fütterer immer nur so mit Futter versorgen, wie wir es selber bekommen. Doch, die Leute kommen gerne auch öfter denn sie wissen, dass sie jedes Mal mit einer guten Menge an Futter für ihre Schützlinge unsere Sammelstelle verlassen.

 

Diesmal war wieder Herr Pröhuber, der selber an zwei Stellen Katzen versorgt und zudem Futter immer an die Damen abgibt, die in Aachen über 400 Streunerkatzen versorgen, an der Reihe. Hier ist der Bedarf an Futter einfach gigantisch! Hätten wir doch nur mal mehrere Paletten an Katzenfutter. Haben wir aber nicht, und so hilft eben immer das, was gerade da ist.

 

 

Dank eurer Spenden, die uns per Paket, per Abholung oder auch per Ablage in unserer Spendenbox erreichen, konnten wir den Wagen wieder gut füllen.

 

Aufgrund des Mangels an Katzenfutter sind wir immer besonders dankbar über Katzenfutterspenden. Wer hier helfen kann: BITTE!!!!

 

Jede Dose, jeder Beutel kommt bei den Tieren an. Jede Portion sorgt dafür, dass ein Tier nicht hungrig bleibt. Jede Portion Futter sichert ein Leben für einen Tag. Ist es denn nicht schön, dies zu wissen und dazu beizutragen?

 

 

Eine der Futterstellen in Aachen
Eine der Futterstellen in Aachen

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