Wie kommt man an Spenden?

Heute geht es um eine Frage, die viele beschäftigt: Wie kommt man denn bitte an Spenden?

 

Dabei möchte ich heute von Sachspenden schreiben. Besonders über Sachspenden für die humanitäre Hilfe.

 

Wer glaubt, dass diese einfach so bei uns ins Lager gefallen kommen, wie die gebratenen Tauben in den Mund, der irrt. Es steckt viel Arbeit dahinter und vor allem: Augen auf, Hirn eingeschaltet und reden, reden, reden...

 

Unsere liebe Inge zum Beispiel, sie arbeitet als mobile Fußpflegerin. Dabei kommt sie viel rum, hat ihren festen Kundenstamm und während der Arbei erzählt sie mit den Leuten. Und diese erzählen über sich und ihr Leben.

 

Manchmal verstirbt ein Familienangehöriger. Da brauchen die Leute Beistand, aber man kann auch fragen, was mit den Dingen, die der Verstorbene hinterlassen hat, passiert. Wie oft gibt es noch neue Sachen, die "für gut" verwahrt worden waren. Oder es gibt einen tollen Rollator, der nun nicht mehr benutzt wird. Die Angehörigen sind froh, wenn sie mit den Sachen noch etwas Gutes tun können - und wir sind froh, wenn wir sie bekommen.

 

Durch ihre Arveit kommt Inge auch in Alten- oder Pflegeheime. Dort sind leider oft die Lager noch immer voll mit Dingen, die in der Corona Zeit Mangelware waren und doch in großen mengen gebraucht wurden. Lange hat man sie zurückgehalten - für den Fall einer neuen Corona Welle, doch eigentlich braucht man sie nicht mehr. Da sind dann auch manchmal die fürchterlichen Mindesthaltbarkeitsdaten abgelaufen und alles soll in die Vernichtung.

 

Vernichtet werden die so wertvollen Schätze aber nicht, wenn man die richtigen Personen anspricht und ihnen den Bedarf der Sachen in anderen Ländern erklärt. Nimmt man dann den Aufwand des Weggebens ab, dann haben beide Seiten wieder gewonnen.

 

So war es zum Beispiel am Dienstag. Inge rief an: "Hast Du Zeit?"  und kurz darauf schipperte ich mit dem großen Wagen los um diesen gemeinsam mit Inge mit den tollsten Spenden für die Pflege zu beladen.

 

 

Teilweise riesige Kartons warteten schon auf uns.  Inge hatte mit dem Leiter der Einrichtung und dem Lagerverwalter gesprochen und man war froh, dass man die so hochwertigen Sachen nicht wegwerfen musste. Aber, das Lager stand voll - zu voll - und man brauchte Platz.

 

Neben Einweg-Pflegekitteln, Schürzen, Schutzmasken für das Gesicht, Windeln für Erwachsene gab es auch noch einen Rollator, der von einem verstorbenen Bewohner zurückgeblieben war und ebenso einen Rollstuhl. 

 

Inge und ich mussten Spenden-Tetris spiele, denn selbst der große Wagen wurde schnell zu klein. 

 

 

Die Größe der Kartins machte es nicht gerade einfacher den gegebenen Platz bestmöglich zu nutzen. Manches Mal mussten wir etwas wieder ausladen und an anderer Stelle wieder einladen.

 

Auch Inges Auto wurde noch mit einigen Kartons gefüllt.

 

 

Alles, was wir taten, erfolgte unter dem kritischen Blick meines Willis, der gerade zum "Trucker-Beifahrer" umschult.

 

 

Nachdem in beiden Autos jeder Platz genutzt war, hatten wir fast alle Kartons untergebracht. Zwei riesige passten beim besten willen nicht mehr in die Autos und werden demnächst noch abgeholt. Wer weiß, vielleicht finden sich ja noch weitere Sachen, die nicht mehr gebraucht werden ;-)

 

 

Logisch, dass ich Inge dazu verdonnerte für die riesige Spendenladung, die sie für die bedürftigen Menschen organisiert hatte, auch für ein Foto bereit zu stehen.

 

Wer sich so einsetzt, wie Inge, dem kann man gar nicht genug danken. 

 

Ihr seht, Möglichkeiten gibt es immer, wenn man redet, Gelegenheiten nutzt und überlegt, wo man Hilfe bekommen könnte.

 

Zu Hause wurden alle Spenden ausgeladen und ich war froh, dass ich etwas Platz im Lager hatte, der danach aber wieder verschwunden war  :-)

 

Soweit zu diesen Sachspenden. 

 

Eine weitere Geschichte hatte ich euch gestern schon angekündigt. Die will ich dann jetzt erzählen.

 

In der Sammelstelle fallen immer wieder größere Mengen an Pappabfall an. Kartons, die nicht mehr benötigt werden. Die machen wir klein und bringen sie zum örtlichen Wertstoffhof.

 

Am Montag war ich mal wieder dort und brachte Pappabfall in die Presse.

 

Da sehe ich einen Kindersitz, der am Boden steht. Ok, denke ich, den hat jemand da hingestellt, weil er beim Entladen im Weg war, der wird gleicht wieder eingeladen.

 

Doch dann kommt eine Dame, nimmt den Sitz und will diesen in den Container für Sperrmüll werfen. 

 

Sofort war ich bei ihr und sprach sie an. Ja, der solle weg. Er würde nicht mehr gebraucht.

 

Uff....  "Äh, könnte ich den vielleicht haben? Wir helfen damit den Menschen im Kriegsgebiet in der Ukraine."

 

 

 

Gerne gab sie mir die Maxi Cosi Babyschale, wies darauf hin, dass sie nicht ganz sauber sein und dass eine kleine Klappe am Rückenteil nicht ordentlich schließen würde.

 

Sorry, aber das war doch beides kein Grund einen solch wertvollen Kindersitz nicht zu nehmen. 

 

Zu Hause wurde er gesäubert, desinfiziert und für die kleine Klappe wird sich auch eine Lösung finden. Ich denke, das ist das geringste Problem, das eine Mutter mit Baby im Kriegsgebiet haben wird.

 

 

Es wäre eine göttliche Schande gewesen, wenn der Sitz im Sperrmüllcontainer gelandet wäre. Ich hatte das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

 

Generell schiele ich immer auch aus rausgestellten Sperrmüll. Das letzte Mal hatte ich doch das schöne Kinder-Dreirad gefunden, das mit in die Ukraine gegangen ist. Man wundert sich, was alles weggeworfen wird.

 

Aber, das Thema "Weitergeben" ist auch größer geworden. So haben wir zum Beispiel örtliche "Trödel-Gruppen" in denen alles mögliche zu kleinen Preisen angeboten wird oder vieles sogar verschenkt wird.

 

Auch da findet man hier und da mal Sachen, die eine große Hilfe sind. So haben ich eine neuwertige Flugbox für Tiere und ein niegelnagelneues elektronisches Fieberthermometer für Kinder dort geschenkt bekommen.

 

Spenden findet man so. Augen auf! Reden! Mitdenken! Fragen! 

 

Also, eigentlich ganz einfach und dennoch manchmal schwer.

 

 

Jedes einzelne Teil zählt damit man am Ende zum Beispiel solche Spenden weitergeben kann und Menschen das Leben deutlich einfacher macht.

 

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