In Süd-Spanien regnet es in diesem Winter sehr viel, Ungewöhnlich aber auch gut für die Vegetation und die leeren Stauseen und Brunnen, über die die Trinkwasserversorgung und die Wasserversorgung für die Tiere und die Felder erfolgt.
Für die Tiere in den Tierheimen und auch für die Tierpfleger bedeutet der Regen auf jeden Fall mehr Arbeit. Decken, die die Tiere in ihre Körbchen bekommen werden durchnässt und dreckig und müssen täglich ausgetauscht werden. Dazu kommen die meist lehmigen Böden, die das Laufen zu einer Rutschpartie machen und wo das Wasser in Gehegen stehen lässt.
Doch die Tiere sollen nicht in Pfützen stehen müssen. Pfützen bilden sich überall dort, wo sich der Boden etwas absenkt oder wo die Hunde eben ständig laufen oder springen.
Im Refugio Esperanza in Crevillente/Spanien steht Brisa gerade in solchen Pfützen, denn auch dort regnet es immer wieder und die Böden nehmen das Wasser nur langsam auf.
Immer wieder werden die Böden in den Gehegen und auch die Geh- und Fahrwege in der kleinen privaten Tierstation von Martina Hagen mit Kies aufgefüllt.
Momentan ist aber kein Kies mehr da, der verteilt werden könnte.
Deswegen hatte Martina um Hilfe gebeten um wieder Big-Packs mit Kies beim örtlichen Baustoffhändler bestellen zu können. Über die Sammlung auf ihrer eigenen Seite sind zwei LKW-Fuhren mit je 6 Big-Pack zusammengekommen und ich habe sofort unsere Hilfe dank der Spenden für "Baumaßnahmen" in unserer Weihnachtsaktion zugesagt.
Eine Fuhre, eine LKW Ladung mit Kies kostet zur Zeit 226,-- € inkl. der Lieferkosten.
Martina wird heute sofort beim Baustoffhändler anrufen und den zusätzlichen Kies bestellen. Ein LKW voll soll schon heute geliefert werden.
Schaut mal, wie es im Gehege von Brisa aussieht.... Seenlandschaft wäre ein gutes Wort dafür.
Aber auch andere Gehege sind betroffen. Natürlich ist gerade der Bereich an den Türen der Gehege immer der erste, der betroffen ist, denn dort stehen die Hunde und wenn sie menschlichen besuch bekommen, um gefüttert zu werden oder für den "Zimmerservice", dann geschieht das auch über diesen Bereich.
Für Martina ist es ein zur Zeit eine art Spurensuche, aber sie sucht eine Spur, über die sie noch laufen kann ohne im Wasser zu versinken.
Klar, dass das kein Zustand für die Hunde ist.
Bei Aurora und Alexa im Gehege sieht es nicht besser aus. Die beiden mittelgroßen Hündinnen sind seit ihrer Welpenzeit im Refugio Esperanza. Niemand hat sich je für die wirklich hübschen und lieben Hündinnen interessiert.
Solche Schicksale berühren mich immer besonders. Mittlerweile gibt es im Refugio Esperanza so viel Hunde, dich ich noch aus meiner Zeit dort kenne.
Es sind diese Tiere, die "übersehen" werden, die ganz besonders unsere Fürsorge benötigen. Die nicht ankommen und schnell wieder das Tierheim verlassen. Es sind die Tiere, für die das Tierheim zu ihrem vielleicht einzigen zu Hause geworden ist.
Nein, es sind keine gefährlichen Hunde. es sind keine Listenhunde. Es sind keine Hunde, die mal gebissen haben. Sie sind einfach nur zu unauffällig, manchmal vielleicht etwas scheu, zu groß, zu schwarz oder was auch immer. An diesen Hunden ist nichts Falsches dran. Und trotzdem will sie keiner.
Hier seht ihr Alexa und Aurora im Auslauf. Schöne Hunde, Sheltie Größe, mit mittellangem Fell. Fast wie kleine Langhaar. Schäferhunde in dunkel.
ich werde es nie verstehen, warum sie keine Familie finden. Nein, sie stürmen nicht auf Menschen zu. Wie sollten sie auch wissen, dass das von den Menschen, die vielleicht mal kommen um ein Tier zu suchen, erwartet wird?
Sie kennen Menschen doch nicht, nur ihren "Zimmerservice". Andere Menschen haben sie in ihrem Leben doch nicht kennengelernt.
Nun sind sie schön ältere Mädchen und mit jedem Tag verringert sich ihre Chance weiter doch noch mal ein zu Hause zu finden.
Candy trifft das gleiche Schicksal. Dabei ist sie sehr menschenbezogen. Aber, Candy bringt einige gesundheitliche Baustellen mit sich.
Die beiden Schwestern Gloria und Gisi leben ebenfalls seit ihrer Welpenzeit bei Martina im Refugio Esperanza.
Martina hat mit ihnen sogar Schulungen besucht, um sie besser vermitteln zu können, doch keiner möchte die beiden haben. Sie kennen nur das Leben miteinander.
Mora und Simba sind jetzt mittlerweile zu alt geworden um vermittelt zu werden. Simba kam als Welpe zu Martina, er ist halt schwarz.... schwarze Hunde will keiner.
Mora wurde als junge Hündin gemeinsam mit ihrer Mutter Sola und ihren Brüdern Ulo und Ulysses aus schlechter Haltung befreit. Nur Sola hat ein zu Hause gefunden. Ulo und Ulysses sind bereits verstorben - ohne ein zu Hause gehabt zu haben.
Mora war, als sie ankam, am Hals schwer verletzt. Ihr war das zu enge Halsband eingewachsen und hat eine schlimme Verletzung hinterlassen. Mensch, was tust Du den Tieren an?
Frutti, der letzte aus der Dreiergruppe. Adonis, der "Grinsemann" und Belinda leben schon auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke. Frutti ist mittlerweile auch viel zu alt um noch einmal vermittelt zu werden.
Ja, es sind genau diese Hunde, denen ich mich verpflichtet fühle. Sie hier kenne ich durch meine Aufenthalte im Refugio Esperanza persönlich. Doch Hunde wie sie, die gibt es leider in jeder Tierstation, in jedem Tierheim.
Für sie möchte ich erreichen, dass sie zumindest eine Unterbringung haben, die man als "Ersatzheim" bezeichnen kann. Nicht eingepfercht irgendwo in überfüllten Gehegen. Nicht ohne adäquate Versorgung mit Futter und Wasser und nicht ohne die nötige tierärztliche Versorgung.
Um das jemals zu schaffen, brauchen wir überall die Kastrationen der "Richtigen" Hunde. Der Hunde, um die sich nicht wirklich gekümmert wird, Die irgendwo auf dem Land frei auf Grundstücken leben und die immer wieder gedeckt werden und sich so vermehren. Doch leider sind diese Kastrationen scher umzusetzen und kosten viel Zeit und Geld. Dazu kommt, dass nur wneig für Kastrationen gespendet wird.
Ebenso unbeliebt bei Spendern sind die "Bauprojekte". Die Projekte, die den Tieren ein besseres Leben ermöglichen. Das sind Projekte, die nicht für ein bestimmtes Tier sind, sondern eben für viele, viele, die davon profitieren werden. Das sind neue Gebäude, das sind schützende Dächer, das sind Quarantänebereiche, das sind wie in diesem Fall auch mal nur die ein oder andere Fuhre Kies.
An einem Tierheim muss kontinuierlich gebaut werden, damit es auf einem guten Stand bleibt oder eben einen solchen erlangt.
Ich werde nicht ruhen für solche baulichen Projekte zu sammeln, damit eben die Lebensumstände gerade der "übersehenen" Tiere irgendwann so werden, dass man sie nicht mehr bemitleiden muss als man es ohnehin mit jedem Tier ohne zu Hause tut.
Und auch an die Arbeit der Tierpfleger muss man denken. Sie leisten körperlich schwere und psychisch ebenso anstrengende Arbeit. Sie brauchen unsere Hilfe bei ihrer Arbeit, damit sie diese auch wirklich täglich durchführen können. Je einfacher die Arbeit zu erledigen ist, umso besser ist das Ergebnis und umso mehr werden die wenigen Menschen, die sich für die Tiere einsetzen, geschont. Gerade im Ausland fehlt es oft an den einfachsten Mitteln. Zudem fehlt es an Menschen, die diese Arbeit
rund um die Tiere verrichten. Auch das gilt es zu ändern. So erscheint manches vielleicht auf den ersten Blick als "unnötig" oder "kleiner Luxus", aber macht mal 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr diese Arbeit, dann wisst ihr dass kleine Hilfsmittel alles andere als Luxus sind. Vom Computer aus lässt sich leider viel zu schnell urteilen und verurteilen.
Ich habe noch ein Foto gefunden, das meine Gummistiefel an einem Regentag im Refugio Esperanza zeigen. Der lehmige Boden klebt an der Sohle, man läuft irgendwann fast wie auf Plateausohlen und rutscht auf dem Boden aus - manchmal haut es einen dann auch fein in die Plörre - wenn man läuft. Und dennoch muss die Arbeit jeden Tag getan werden. Müssen die Tiere jeden Tag gefüttert, mit Wasser versorgt, mal durchgeknuddelt werden und müssen die Gehege sauber gehalten werden.
Danke an alle, die in unserer Weihnachtsaktion mit ihren Spenden für "Bauprojekte" ermöglicht haben, dass die Hunde im Refugio Esperanza nicht mehr im Wasser stehen müssen und Martina und Lambert sicheren Fußes ihre Versorgung erledigen können.
Helficus
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