Wann beginnt eigentlich Weihnachten?
Ist es an Heilig Abend? Oder am 25.12.?
Für mich ist Weihnachten nicht ein bestimmter Tag sondern ein Gefühl. Auch ein wenig eine Einstellung.
Soll Weihnachten uns nicht dazu aufrufen, auch mit denen zu teilen, denen es nicht so gut geht wie uns? Ist es nicht auch dazu da, jemandem zu zeigen, dass er uns wichtig ist, gesehen und nicht irgendwo vergessen wird?
Geschenke sollen doch nicht nur die Wirtschaft ankurbeln oder der Austausch von Geld sein. Nein, Geschenke sollen doch symbolisieren, dass einem ein Menschen wertvoll ist. Es soll zeigen, dass man sich mit demjenigen und seinen Bedürfnissen, dem, was ihm Freude bereitet, auseinandergesetzt hat. Alleine schon, dass man Zeit damit verbracht hat sich über den anderen Gedanken zu machen. Vielleicht etwas zu schenken, das der andere sich selber nicht zulegen könnte oder würde. Diese Gedanken und die Zeit, die man für das Geschenk investiert, die sind für mich wichtig. Jemand denkt an mich und über mich nach.
Damit beginnt Weihnachten, oder?
So kann Weihnachten jeder Tag im Jahr sein. Jeder Tag, der einem anderen eine Freude bereitet ist quasi Weihnachten. Es trägt den Gedanken von Weihnachten weiter.
An Weihnachten möchte jeder seinen Lieben eine kleine Freude bereiten. Das bringt das Fest so mit sich. Wobei diese Freude auch immateriell sein kann. Aber, wie sehr ein Mensch Freude bereitet hat, das merkt man meist erst, wenn er nicht mehr bei uns ist. Alleine seine Anwesenheit war schon eine Freude.
Nicht jeder hat die Möglichkeiten einfach so in ein Geschäft zu spazieren und ein Geschenk zu kaufen. Manch einer ist krank und kann das Bett oder das Haus nicht verlassen, ein anderer ist einfach finanziell nicht dazu in der Lage. Das ist für denjenigen, der gerne mit dazugehören würde, der gerne etwas geben würde, oft trauriger als für denjenigen, der eben kein Geschenk bekommt.
Weihnachten beginnt also auch schon damit, anderen zu helfen, damit sie Freude bereiten können. Dafür gibt es Spendenaktionen und dafür kann jeder einzelne auch selber sorgen.
Weihnachten kommt aus dem Herzen, nicht aus dem Portemonnaie.
Dennoch ist die finanzielle Situation auch wichtig. Unsere Gesellschaft fußt auf Konsum.
Gestern bin ich spontan losgefahren und haben für unser Minchen, der 94-jährigen herzensguten Frau aus Vicht, schon vor dem eigentlichen Weihnachtsfest einen Gutschein im Vichter Dorfladen gekauft. Einen Gutschein, von dem "Kaffeetassen-Geld", das wir in unserer Weihnachtsaktion sammeln.
Diesen Gutschein über einen Teil des bisher gesammelten Geldes für Minchen, kann sie nun nutzen, um für sich selber vielleicht ein paar leckere Sachen im Dorfladen zu kaufen. Etwas, das sie sich sonst nicht gönnen würde oder könnte. Damit für sie Weihnachten ein schönes Fest wird.
Minchen hat mir einmal erzählt, dass sie eingelegtes Obst so sehr liebt. Aber, das kann sie nur selten einmal kaufen. Traurig, oder? Nun kann sie sich auch eingelegtes Obst kaufen und es an den Weihnachtsfeiertagen genießen.
Ebenso kann Minchen den Gutschein nutzen, um für ihre Kinder, Ihre Enkel und Urenkel ein kleines Geschenk zu kaufen. Sie soll nicht mit leeren Händen an Weihnachten dastehen müssen.
Damit war für mich gestern schon Weihnachten, Wir haben etwas möglich gemacht, was einem anderen Menschen eine große Freude bereitet. Etwas, das dazugehören lässt.
Ich glaube fest, dass gestern schon Weihnachten war.
Für Minchen, die einen "süßen Zahn" hat, habe ich noch einen besonderen Schoko-Nikolaus und ein paar Pralinen einer belgischen Manufaktur, die im Dorfladen verkauft werden, dazugelegt, So sieht unser Geschenk etwas weihnachtlicher aus.
Den Rest, der anhand von symbolischen Kaffeetassen in unserer Weihnachtsaktion gesammelt wird, bekommt sie dann als weiteren Gutschein an Weihnachten und kann damit im Dorfladen wieder einkaufen oder eben eine Tasse Kaffee oder Tee trinken. In Gesellschaft.
Danke, dass ihr mir dies ermöglicht habt. Danke, dass ihr Minchen diesen Gutschein geschenkt habt.

Helficus
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gnagnie (Mittwoch, 24 Dezember 2025 19:08)
immer wieder gerne! Frohes Fest !